01
Was prüft der EMS?
Der EMS soll erfassen, wie gut du mit Anforderungen umgehst, die im Medizinstudium ständig vorkommen: lange Texte, Diagramme und Tabellen, räumliche Darstellungen, Zahlen und Formeln. Dazu kommen Aufgaben zu Merkfähigkeit, genauer Wahrnehmung und konzentriertem Arbeiten unter Zeitdruck.
Entwickelt und ausgewertet wird der Test vom Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik (ZTD) der Universität Freiburg, die Anmeldung läuft über swissuniversities. Umgangssprachlich heisst der Test oft einfach «NC». Genau genommen ist der Numerus clausus die Zulassungsbeschränkung, der EMS das Verfahren, mit dem die Plätze vergeben werden.
Der EMS hat keine Bestehensgrenze. Es zählt, wie du im Vergleich zu den anderen Teilnehmenden abschneidest.
02
Wer schreibt den EMS?
Ob ein Fach zulassungsbeschränkt ist, wird jedes Jahr neu entschieden, getrennt für Humanmedizin (inklusive Chiropraktik), Zahnmedizin und Veterinärmedizin. Den Test schreiben alle, die sich an einem Studienort und in einem Fach mit Numerus clausus bewerben.
Den EMS verwenden die Universitäten Basel, Bern, Freiburg und Zürich (inklusive Luzerner und St. Galler Track), die ETH Zürich und die USI, deren Bachelor in Basel oder Bern absolviert wird. Genf, Lausanne und Neuenburg verzichten darauf und wählen nach dem ersten Studienjahr aus.
Schreiben kannst du den Test frühestens im Jahr deiner geplanten Matura. Ohne Schweizer Pass und ohne Wohnsitz in der Schweiz ist keine Zulassung möglich. Für Ausländerinnen und Ausländer gelten zusätzliche Bedingungen, etwa eine Niederlassungsbewilligung, und sie müssen bereits am 15. Februar erfüllt sein.
03
Wie läuft der Testtag ab?
Der EMS findet einmal pro Jahr statt, immer am Freitag der Kalenderwoche 27 und an allen Orten am selben Tag. Einen Ersatztermin gibt es nicht. Deutschsprachig wird in Basel, Bern, Chur, Luzern, St. Gallen und Zürich getestet, auf Französisch in Freiburg und auf Italienisch in Lugano. Der Testort hat keinen Einfluss auf den Studienort.
Eine Mittagspause gibt es nicht. Wer zwischendurch auf die Toilette geht, verliert die Zeit. Du triffst je nach Ort um 8.30 oder 9.00 Uhr ein, der Test beginnt zwischen 9.45 und 10.00 Uhr. Uhren sind verboten, die Zeit wird zentral angezeigt.
Gewertet wird nur, was auf dem Antwortbogen steht. In andere Aufgabengruppen zu blättern ist nicht erlaubt.
04
Die neun Aufgabengruppen
Jede Aufgabengruppe bringt 18 Punkte. Die Aufgaben haben fünf Antwortmöglichkeiten, genau eine ist richtig, und innerhalb jeder Gruppe werden sie schwerer. Die Angaben entsprechen der Test-Info 2026 von swissuniversities.
Seit 2022 hat jede Gruppe 18 statt 20 Aufgaben. Seit 2025 ersetzt Objekte im Raum die früheren Schlauchfiguren, weil sich diese mit speziellen Lösungstricks zu leicht knacken liessen. Viele ältere Bücher und Webseiten zeigen noch die frühere Form.
Objekte im Raum erklärtWürfel, Bewegungen und eine Strategie für die neue Aufgabengruppe05
Punktwert, Prozentrang und Rangplatz
Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt, falsche Antworten kosten nichts. Kreuzt du mehrere Antworten an, zählt die Aufgabe nicht. Beim Konzentrationstest werden richtige und falsche Markierungen verrechnet und auf 0 bis 18 Punkte umgerechnet. Zusammen sind höchstens 162 Punkte möglich.
Der Test ist so gebaut, dass im Schnitt etwa die Hälfte der Aufgaben richtig gelöst wird. Punktwerte sind zwischen den Jahren nicht vergleichbar, deshalb zählt für die Zulassung der Prozentrang. Ältere Texte sprechen noch vom «Testwert», für die Vergabe der Plätze sind heute Test-Prozentrang und mittlerer Rangplatz massgeblich.
06
Wie werden die Studienplätze vergeben?
Für jedes Fach gibt es eine Grenze beim Test-Prozentrang, die für alle Universitäten gleich ist. Wer darüber liegt, erhält einen Platz. Wer genau auf der Grenze liegt, wird nach dem mittleren Rangplatz gereiht. Die Grenze steht erst nach dem Test fest, weil sie von der Zahl der Plätze und den Resultaten abhängt.
Humanmedizin
Grenze beim Test-Prozentrang 2025
Zahnmedizin
Grenze beim Test-Prozentrang 2025
Veterinärmedizin
Grenze beim Test-Prozentrang 2025
Für das Studienjahr 2026/27 gab es in der Humanmedizin (inklusive Chiropraktik) an den Universitäten mit Numerus clausus 1’150 Plätze bei 4’434 Voranmeldungen. Zum EMS 2025 traten 3’811 Personen an. In der Humanmedizin wurden 1’242 von rund 3’200 Bewerbenden zugelassen, das sind 39 Prozent.
Den Studienort teilt swissuniversities in einem zweiten Schritt zu. Berücksichtigt werden zuerst persönliche Härtefälle, dann der Wohnsitz beim Erwerb der Matura im Kanton der Erstwunsch-Universität, dann das Testergebnis. Die ETH kennt kein Wohnsitzkriterium.
Ein Resultat gilt ein Jahr und kann kostenlos ins nächste Jahr übertragen werden, auch für ein anderes Fach. Du kannst den Test in einem späteren Jahr auch wiederholen, dann zählt immer das letzte Ergebnis.
07
EMS und TMS im Vergleich
Der EMS ist eng mit dem deutschen Test für medizinische Studiengänge (TMS) verwandt. Sieben Aufgabenformate sind gleich, Umfang und Zeiten unterscheiden sich aber, und zwei Gruppen gibt es nur im EMS.
- 9 Aufgabengruppen mit je 18 Aufgaben
- 3 Std. 55 Min. netto, keine Mittagspause
- Objekte im Raum für räumliches Denken
- 8 Minuten Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
- einmal pro Jahr im Juli
- entscheidet über den Studienplatz
- 8 Untertests mit meist 24 Aufgaben
- 5 Std. 7 Min. netto plus 1 Std. Pause
- Schlauchfiguren für räumliches Denken
- kein Konzentrationstest
- bisher zweimal pro Jahr, ab 2027 TMSNat
- freiwillig, einer von mehreren Faktoren
Unsere Artikel zu den sieben gemeinsamen Formaten gelten deshalb für beide Tests. Jeder Artikel nennt am Ende, was im EMS anders ist.
08
Wie bereitet man sich auf den EMS vor?
Die Fähigkeiten, die der EMS misst, wachsen über Jahre. Was du in der Vorbereitung verbessern kannst, ist die Technik: die Aufgabenformate kennen, mit der knappen Zeit umgehen und Fehler vermeiden.
- 1Test-Info und Beispielaufgaben lesen
Beide gibt es kostenlos bei swissuniversities, mit Lösungen.
- 2Jede Aufgabengruppe einzeln üben
Erst sauber lösen, dann mit den Zeiten des EMS.
- 3Fehler nach Ursache sortieren
Verständnis, Strategie, Rechnung, Flüchtigkeit oder Zeit.
- 4Den ganzen Testtag simulieren
Knapp vier Stunden am Stück, ohne Pause.
Ein kostenpflichtiger Kurs ist keine Voraussetzung. Laut ZTD wirken die offiziellen Materialien genauso gut wie professionelle Kurse.
EMS-Vorbereitung Schritt für SchrittAlle Termine zum EMS 2027Voranmeldung, Anmeldung, Testtag und Zuteilung09
Häufige Fragen zum EMS
Kann man beim EMS durchfallen?
Nein. Der EMS hat keine Bestehensgrenze. Entscheidend ist dein Test-Prozentrang im Vergleich zu allen anderen Teilnehmenden und ob er über der Grenze liegt, die sich im jeweiligen Jahr aus der Zahl der Plätze ergibt.
Wie viele Punkte brauche ich für einen Studienplatz?
Das lässt sich vorher nicht sagen, weil die Grenze erst nach dem Test feststeht und Punktwerte zwischen den Jahren nicht vergleichbar sind. 2025 lag die Grenze für Humanmedizin bei einem Test-Prozentrang von 66.
Zählt die Maturanote?
Nicht für den Studienplatz: Er wird nach dem Testergebnis vergeben. Bei der anschliessenden Zuteilung des Studienorts kann zählen, wo du beim Erwerb der Matura gewohnt hast.
Kann ich den EMS wiederholen?
Ja, in einem späteren Jahr mit neuer Anmeldung und neuer Gebühr. Es zählt immer das letzte Ergebnis. Ein Resultat aus dem Vorjahr kannst du stattdessen auch kostenlos übertragen, dann schreibst du den Test in diesem Jahr nicht.
Darf ich einen Taschenrechner benutzen?
Nein. Elektronische Geräte sind verboten, auch Uhren. Die verbleibende Zeit wird im Testraum zentral angezeigt.
Was kostet der EMS?
Die Teilnahmegebühr beträgt CHF 300.–. Sie muss bei der Anmeldung fristgerecht online bezahlt werden, sonst ist die Anmeldung ungültig.
Gibt es einen Nachteilsausgleich?
Ja, etwa für Hilfsmittel oder einen ruhigen Platz. Das Gesuch stellst du bei der Anmeldung über MEDON, mit einem höchstens sechs Monate alten ärztlichen Zeugnis. Mehr Zeit gibt es im EMS nicht.